Karostar - Musikhaus St. Pauli - Büros, Läden und Tonstudios für junge Unternehmen aus der Musikbranche.
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Schlachthalle wird Musikzentrum
St. Pauli: An der Feldstraße werden Existenzgründer gefördert. Das Besondere - Sie zahlen niedrige Mieten, haben flexible Kündigungsfristen.
Von Heike Müller
Eine Chance für Musik auf St. Pauli: Neben der alten Rinderschlachthalle nahe der Feldstraße entsteht das Karostar-Musikhaus St. Pauli - ein Gründerzentrum für kleine Unternehmen aus dem Musikbetrieb. Die Baugrube entlang der U-Bahn ist schon abgesperrt, der Grundstein wird Anfang Dezember gelegt. In gut einem Jahr, Dezember 2005, soll Eröffnung sein. "Wir setzen zum ersten Mal ein Konzept um, das Gründer einer einzigen Branche anspricht", sagt Kurt Reinken (44), Projektleiter bei der Steg Hamburg GmbH, die den Bau entwickelt hat.
Insgesamt kostet das Karostar-Musikhaus 5,4 Millionen Euro. Eine Million Euro kommt dafür aus dem EU-Förderprogramm EFRE, eine weitere Million aus der Wirtschaftsbehörde. Weil eine Studie im vergangenen Jahr ergab, daß für kleine Musikunternehmen vor allem günstige Miete wichtig ist, bietet das Gründerzentrum einen niedrigen Quadratmeterpreis an: 5,50 Euro bis 6,50 Euro für Büros und rund 9 Euro für Läden. Wer einzieht, bekommt eine Mietgarantie für drei Jahre, kann aber jederzeit mit Monatsfrist kündigen. Reinken: "Es ist wichtig, daß die Unternehmen flexibel sein können. Wir wollen ihnen eine optimale Umgebung schaffen."
Kleine Einheiten, gemeinsame Kopierer, Küchen, Konferenzräume und Nischen mit Sofa: Das Gründerzentrum soll Firmen anlocken, die sich gegenseitig austauschen. "Die Zukunft liegt nicht mehr bei den ganz Großen", erläutert Reinken. Die vier Läden im Erdgeschoß, die drei kleinen Produktionsstudios und die 33 Büros von 15 bis 90 Quadratmetern sind für Plattenlabel, Musikverlage oder artverwandte Betriebe gedacht. "Dazu zählen auch Videocompanys, vielleicht ein Anwalt für Musikrecht oder ein Geschäft, das Computer für Musikproduktion verkauft", so der Projektleiter.
Potentielle Mieter gibt es reichlich: Auf St. Pauli sitzen mehr als 100 kleine Musikbetriebe. Als Universal Music vor zwei Jahren von Hamburg nach Berlin ging, zogen nicht alle Mitarbeiter mit. Etliche blieben in der Hansestadt, in der Musikbranche. "Es gibt jede Menge Interessenten", sagt Kurt Reinken, der unter der Telefonnummer 43 13 93 42 Anfragen annimmt. "Wir wollen keine bürokratischen Hürden für die Aufnahme. Wichtig ist, daß die Chemie stimmt."
Ein Nest für immer ist das Gründerzentrum aber nicht: Im Regelfall drei, maximal fünf Jahre dürfen die Mieter in dem subventionierten Zuhause bleiben. Reinken: "Das Zentrum soll auch von der Fluktuation leben."
Hamburger Abendblatt,
erschienen am 11. November 2004 in Hamburg
Karostar - Musikhaus St. Pauli - Ein Projekt der STEG Hamburg - Kontakt: +49 (40) 43 13 93 - 0
http://www.karostar.de/Newsarchiv/musik-auf-st-pauli.html
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