Karostar Musikhaus Ornament

Karostar - Musikhaus St. Pauli - Büros, Läden und Tonstudios für junge Unternehmen aus der Musikbranche.


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Ein neuer Stern am Kulturhimmel

Karostar: Das Musikhaus auf St. Pauli ist eröffnet. Mit einem Tag der offenen Tür und dem zehnten Treff der Hamburger Musikbranche feierte die Szene das Gründerzentrum.

Von Birgit Reuther

Der Fußboden ist rot. Sitzwürfel und Küchenzeile im Foyer sind rot. Selbst die Toiletten sind in der knalligen Farbe gefliest. Das Leitmotiv des Musikhauses Karostar hat das Architektenduo Dalpiaz Giannetti nicht zufällig gewählt.

"Wir wollten, daß das Gebäude mit der alten Rinderschlachthalle nebenan korrespondiert", sagt Alessandro Dalpiaz, der sich 2003 mit seinem Entwurf bei der Stadtentwicklungsgesellschaft beworben hatte. Am Montag wurde das Gründerzentrum auf St. Pauli nun feierlich eröffnet - mit einem Tag der offenen Tür und dem zehnten Branchentreffen "Music City Hamburg", zu dem die Deutsche Phono Akademie, der Verband Unabhängiger Tonträger sowie die Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft ins benachbarte Knust geladen hatte.

In dem - natürlich auch von außen - roten Riegel am Neuen Kamp 32 sind fortan frisch gegründete Unternehmen aus der Musikbranche zu Hause: von der Plattenfirma DevilDuck Records, die Rockbands und Songschreiber unter Vertrag hat, bis zur Riesenbuhei Entertainment GmbH, die mit ihrer für MTV produzierten Show "Pimp My Fahrrad" für den Grimme-Preis nominiert ist. Zu den knapp 40 Mietern, die auf 2500 Quadratmetern nicht nur Synergieeffekte, sondern auch Kopierer, Konferenzräume und Kaffeemaschine nutzen können, gehört auch das Datscha-Projekt.

"Wir warten seit fünf Wochen auf unseren Internetanschluß", sagt Tatjana Lidokhover. Dennoch ist der Tatendrang groß. Mit fünf Kollegen organisiert sie russische Partys und Konzerte. Ihr nächstes Projekt ist die Eröffnung des Klubs "Uebel und Gefährlich" am 1. März im Feldstraßenbunker gegenüber. Nicht nur wegen der für die Szene optimalen Lage zwischen Schanzen- und Karoviertel sieht die gebürtige St. Petersburgerin Karostar als Chance. "Wir haben vorher zu Hause gearbeitet." Aber über Telefon und Computer zu kommunizieren war für die Veranstalter auf Dauer zu kompliziert. Zum gestrigen "Open House" hatten die Datscha-Leute Partner von der Fabrik und dem Fundbureau eingeladen. Mit diesen bewunderten rund 400 Gäste aus Kultur und Politik das 5,4 Millionen Euro teure Haus - und Hamburgs größten Holzplatz, der zum Areal gehört.

Als "neuen Stern am Hamburger Kulturhimmel" bezeichnete Karin von Welck den Karostar vor 600 Geladenen am Abend im Knust. Im Grußwort erteilte die Kultursenatorin dem Projekt eine "Drei-Sterne-Auszeichnung": Wenn der Pop-Sektor einen Schub erhalte, profitiere die Stadt erstens kulturell, zweitens wirtschaftlich. Zudem werde drittens der Standort St. Pauli gestärkt. "Das Haus ist einmalig im norddeutschen Raum", bilanzierte von Welck.

Frank Dostal (ja/nein Musikverlag) sprach der Szene aus dem Herzen: "Früher hielt der Amtsmann St. Paulis den Star Club für den Vorhof zur Hölle", erläuterte Dostal. Heute sei der Bürgermeister der größte Befürworter des Karostar. Die Kultursenatorin gebe ihren Segen. "Haben wir was falsch gemacht? Oder hat die Stadt endlich begriffen, daß Popmusik ein Lebenselexier ist?" fragte er.

Daß die Botschaft durchaus angekommen sei, versuchte Dirk Petrat zu veranschaulichen, Leiter für Neue Medien, Tourismus und Marketing bei der Wirtschaftsbehörde. Mit Marcus Wiebusch (Grand Hotel van Cleef), Andrea Rothaug (RockCity) und Bezirksamtsleiter Markus Schreiber diskutierte er, wie der Musikstandort Hamburg durch Vernetzung und "Themenimmobilien" wie Karostar nach vorn gebracht werden könne. Rosarot sind die Ausblicke nicht. Aber seit gestern immerhin rot. Ein gutes Signal.

Hamburger Abendblatt,
erschienen am 21. Februar 2006


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Karostar - Musikhaus St. Pauli - Ein Projekt der STEG Hamburg - Kontakt: +49 (40) 43 13 93 - 0
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